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Die Einsiedelei San Valentino

Die Einsiedelei San Valentino

Die Einsiedelei San Valentino ("Eremo di San Valentino) liegt im Gemeindegebiet von Gargnano im Westen des Gardasees und ist zu Fuß in gut einer Stunde von Sasso aus, einem 560 Meter hoch gelegenen Ortsteil von Gargnano, zu erreichen. An Feldern vorbei führt der Weg alsbald durch den Wald hinauf und findet kurz vor dem Ziel seinen steilsten Abschnitt, um gleich darauf mit einem atemberaubenden Panorama aufzuwarten. Sofern der Weg trocken ist, ist er das ganze Jahr über gut begehbar. Bei entsprechender Vorsicht an exponierten, steinigen und ungesicherten Stellen sollte die Strecke auch Kindern keine Probleme bereiten.

Nahe der Einsiedelei bietet sich auf über 700 Metern Höhe der prächtige Ausblick auf die Gebirgskette des 2218 Meter hohen Monte Baldo mit dem zu seinen Füßen sich ausdehnenden Gardasee. Wer alleine unterwegs ist, sollte die Gelegenheit zur Meditation wahrnehmen und den abgeschiedenen Ort auf sich wirken lassen. Die spartanisch eingerichtete Einsiedelei besteht aus einem in eine Felsnische gebauten Kirchlein mit zwei kleinen Kammern, einer Sakristei und einem Abstellraum. Außerhalb befindet sich eine Zisterne, die von Quell- und Regenwasser gespeist wird. Laut Überlieferung floh im Jahre 1630 ein großer Teil der Bewohner Gargnanos vor der Pest in die umliegenden Berge. Nachdem die Seuche vorüber war, bauten die Überlebenden zum Dank das Kirchlein an den Felsen. Aus nicht hinreichend bekannten Gründen ließ sich 1842 Geremia Palladini aus Cassone di Brenzone hier nieder. Als "Romet de San Valentì" war er allen Menschen in der Gegend ein Begriff. Im Inneren des Kirchleins ist seine Gestalt auf einem Bildnis festgehalten, das ihn mit Stock und Bettelsack zeigt, wie er von Ort zu Ort zieht. 

Dem Zahn der Zeit ausgesetzt, wurde die Einsiedelei 1970 unter Mitwirkung vieler Freiwilliger und Kulturförderer unter schwierigen Bedingungen restauriert. Unter den Trümmern fand sich auch ein Altarbild, auf dem die Gottesmutter mit Kind und der Heilige Valentin dargestellt sind. Votivbildchen an den Wänden zeugten von Vertrauen und Dankbarkeit der Bevölkerung. Nach der Fertigstellung fand am 14. Februar 1971, dem Valentinstag, die feierliche Einweihung statt. ​ ​

Dieser stille Ort der Einkehr betont jene Vorzüge, die die umliegende Gegend auszeichnen. Eine Landschaft, die sich ihren Charakter über lange Zeit bewahrt hat und mit ihren grünen Zypressen, Hügeln, Bergen und Zitronengärten in spärlich besiedelter Umgebung den Menschen zu sich selbst finden lässt.



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